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Durchfall bei Pferden vermeiden

Viele Pferde in den Niederlanden leiden gelegentlich unter dünnem Kot. Dies kann verschiedene Ursachen haben, Hartog erklärt!

Viele Pferde leiden gelegentlich unter Durchfall & Kotwasser. Dies kann verschiedene Ursachen haben, Hartog erklärt!

Eine der häufigsten Ursachen für Durchfall & Kotwasser ist eine gestörte Darmflora. Dies kann beispielsweise auftreten, wenn das Futter gewechselt wird oder bei der Umstellung von der Weide auf den Stall. Produkte mit Präbiotika, wie zum Beispiel Hartog Digest, können dazu beitragen, die Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Die Funktionsweise des Darms bei Pferden

Um zu verstehen, wie man Durchfall bei Pferden verhindern kann, ist es zunächst hilfreich, die Darmfunktionen eines Pferdes zu verstehen. Im Dickdarm und Blinddarm des Pferdes existiert eine vielfältige Bakterienpopulation. Die Bakterienarten leben in Symbiose mit dem Pferd. Sowohl das Pferd als auch die Bakterien profitieren davon. Die Bakterien helfen nämlich bei der Zersetzung der schwer verdaulichen Bestandteile der Ration: der Ballaststoffe. Forschungen haben gezeigt, dass Tiere, die zu steril geboren und aufgezogen wurden, weniger effizient ihre Nahrung verdauen können. Dies liegt daran, dass diese Tiere wenig Gelegenheit haben, eine angemessene Darmflora aufzubauen. Diese Mikroorganismen sind notwendig, um die Nahrung abzubauen, wodurch die Nährstoffe aus der Nahrung besser aufgenommen und genutzt werden können. Ein Pferd, das die Möglichkeit hatte, eine angemessene Darmflora aufzubauen, wird daher auch die ihm zugeführte Nahrung besser nutzen können.

Ballaststoffe werden von Bakterien in flüchtige Fettsäuren umgewandelt (wie Essigsäure, Buttersäure und Propionsäure). Fettsäuren sind die wichtigste Energiequelle für Pferde. Sie werden durch die Darmwand ins Blut aufgenommen und können gespeichert oder direkt als Energiequelle genutzt werden. Die gewünschten Bakterien können nur in einer Umgebung mit neutralem pH-Wert (pH 6/7) überleben und Fettsäuren produzieren.


Kapazität des Pferdedarms

Um eine ausreichende Aufnahmekapazität zu gewährleisten, sind die Därme nicht nur lang, sondern ihre Wand ist auch stark gefaltet. Die Darmwand besteht aus nur einer einzelnen Schicht Epithelzellen, dahinter befindet sich eine umfangreiche “Armee” von Immunzellen. Durch diese dünne Wand aus nur einer Zellschicht können Nährstoffe leicht aus dem Darm über das Blut in den Körper aufgenommen werden. Die Immunzellen stellen sicher, dass neben Nährstoffen keine Mikroorganismen aus dem Darm ins Blut gelangen können, da diese Mikroorganismen erheblichen Schaden verursachen könnten.

Die dünne Darmwand ist mit Darmzotten (Darmvilli) übersät. Um die Oberfläche weiter zu vergrößern, sind die Darmzotten mit Mikrozotten ausgestattet. Diese Darmzotten haben eine Lebensdauer von drei Tagen. Erst am letzten Tag des Zyklus sind die Zotten ausgewachsen und die flüchtigen Fettsäuren werden maximal aufgenommen.

Ursachen für gestörte Darmflora

Bei Pferden mit Durchfall und Koliksymptomen kann der Lebenszyklus der Darmzotten gestört sein. Die Ursachen hierfür können sein:

    • Medikamenteneinsatz wie Antibiotika
    • Schwankungen in der Ration
    • Hohe Mengen an Stärke in der Ration
    • Wurmbefall
    • Austrocknung
    • Extreme Anstrengung
    • Bei einer gestörten Wachstumsphase der Darmzotten werden während des Abbaus von Rohfasern weniger Fettsäuren freigesetzt, wodurch die Darmzotten “verhungern”. Die Zotten sterben nach zwei Tagen ab, wodurch flüchtige Fettsäuren und andere Baustoffe weniger effizient aufgenommen werden. Es bilden sich Krater in der Schleimhaut der Darmwand, wodurch krankheitserregende Bakterien und andere pathogene Mikroorganismen sich leicht an der Darmwand anheften oder in den Körper eindringen können.
  • Medikamenteneinsatz wie Antibiotika
  • Schwankungen in der Ration
  • Hohe Mengen an Stärke in der Ration
  • Wurmbefall
  • Austrocknung
  • Extreme Anstrengung
  • Bei einer gestörten Wachstumsphase der Darmzotten werden während des Abbaus von Rohfasern weniger Fettsäuren freigesetzt, wodurch die Darmzotten “verhungern”. Die Zotten sterben nach zwei Tagen ab, wodurch flüchtige Fettsäuren und andere Baustoffe weniger effizient aufgenommen werden. Es bilden sich Krater in der Schleimhaut der Darmwand, wodurch krankheitserregende Bakterien und andere pathogene Mikroorganismen sich leicht an der Darmwand anheften oder in den Körper eindringen können.

Ursachen für dünnen Kot

  • Durchfall wird also durch Störungen in der Darmflora eines Pferdes verursacht. Wie zuvor erklärt, geschieht dies oft aufgrund von Schwankungen und Veränderungen in der Ration. Dies liegt daran, dass bei Schwankungen in der Ration deines Pferdes die Population von Mikroorganismen verändert wird und gewünschte Bakterien sterben können, die wiederum so wichtig für die richtige Darmflora sind! Wenn viel Stärke in der Ration deines Pferdes vorhanden ist, vermehrt sich die normalerweise begrenzte Population von Milchsäure produzierenden Bakterien stark. Diese Milchsäure wird nicht von der Darmwand aufgenommen, was zur Folge hat, dass die Milchsäure im Darm deines Pferdes verbleibt. Dadurch wird kaum Wasser aus dem Kot entzogen und es entsteht sogenannter osmotischer Durchfall. Der pH-Wertabfall, der auf die Ansammlung von Milchsäure im Darm folgt, kann unter anderem Koliken beim Pferd verursachen. Dies hat auch eine negative Auswirkung auf das Lebensumfeld der gewünschten Bakterien, die Ballaststoffe abbauen und die Darmzotten mit Nahrung versorgen.
  • Nebenwirkungen von Antibiotika auf die Darmflora. Antibiotika ist neben seiner Wirksamkeit gegen krankheitserregende Mikroorganismen auch von (negativem) Einfluss auf gewünschte Bakterien in der Darmflora eines Pferdes. Dadurch entsteht Raum für unerwünschte Bakterien, sich im Darm zu vermehren. Die von den unerwünschten Bakterien produzierten Toxine wie Milchsäure und Ammoniak schädigen die darunterliegenden Zellen, was zu wässrigem Kot als unmittelbarem sichtbarem Ergebnis führen kann.

Wie kann man dünnen Kot bei seinem Pferd verhindern?

Wir wissen jetzt, wie der Darm funktioniert und was zu einer gestörten Darmflora führt, und somit die Ursache von Kotwasser und Durchfall bei Pferden ist. Wir haben fünf Tipps, um Kotwasser und Durchfall bei deinem Pferd zu verhindern oder zu behandeln.

  1. Sorge für ausreichend Raufutter: Biete mindestens 1,5 % des Körpergewichts an Trockensubstanz (TS) an Raufutter pro Tag an. Dies entspricht etwa 2 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpergewicht. Also müsstest du beispielsweise einem Pferd mit einem Gewicht von 600 kg mindestens 12 kg Heu pro Tag zur Verfügung stellen.
  2. Teile das Raufutter in kleine Portionen über den ganzen Tag verteilt. Wenn es schwierig ist, kleine Portionen anzubieten, kannst du auch einen Slowfeeder verwenden.
  3. Sorge für ausreichende Bewegung und vermeide/vermindere stressige Situationen. Wenn das Pferd Stress erlebt, kann es zu einem Reflex im Nervensystem kommen, der zu Kotwasser oder Durchfall führt.
  4. Wenn dein Pferd Kraftfutter bekommt, überlege kritisch, ob das notwendig ist. Wird dein Pferd nur wenig bis normal bewegt, kann ein Balancer eine gute Alternative sein. Sollte dein Pferd dennoch Kraftfutter benötigen, gib es in kleinen Portionen über den Tag verteilt und achte darauf, dass es ballaststoffreich ist.  Wähle zum Beispiel ein Müsli wie das Hartog Balance oder Hartog Energy, bei dem Luzerne für mehr Struktur hinzugefügt wurde. Oder noch besser: Mische dein Kraftfutter mit einer Raufuttermischung wie dem Hartog Luzerne-Mix oder Hartog Digest.
  5. Gib deinem Pferd ein Produkt mit Präbiotika, wie zum Beispiel Hartog Digest. Präbiotika sind Nahrung für die gewünschten Bakterien im Dickdarm und tragen dazu bei, Durchfall und Kotwasser zu reduzieren.

Mehr Informationen

Hat dein Pferd mit Kotwasser oder Durchfall zu kämpfen? Und hast du nach dem Lesen dieses Artikels noch Fragen? Zögere nicht, uns bei Hartog zu kontaktieren! Wir sind immer offen dafür, über Probleme mit deinem Pferd nachzudenken und einen Blick auf deine Ration zu werfen.


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